Reisebericht Radreise Lanzarote 2025
9 Tage Radabenteuer auf der Vulkaninsel der Kanaren
Von Vulkanlandschaften bis Atlantikküsten – unsere Highlights & Tipps
Auf Lanzarote erwarten uns eine faszinierende Vulkanlandschaft, die Kunst César Manriques und charmante Fischerdörfer. Auf unserer 9-tägigen Radreise (18. bis 26.07.2025) erkunden wir die Insel gemeinsam als Mutter und Sohn (16 Jahre), mit E-Bikes für entspanntes Radeln und komfortablen Hotels zum Übernachten. Insgesamt haben wir 228 km mit dem Rad und 84 km zu Fuß zurückgelegt, inklusive aller Highlights und kleiner Abstecher abseits der Hauptwege.
Zur Radreise auf der Vulkaninsel Lanzarote
Tag 1: Anreise
Mit der Bahn reisen wir am Vorabend von Münster nach Hamburg und nächtigen bei Freunden. Voller Vorfreude auf sonnige Tage und nach einem gemeinsamen Frühstück fahren wir zum Flughafen. Mit uns fliegt eine große dänische Gruppe, die Sporturlaub in einem Club auf Lanzarote machen will, so kommen wir ins Gespräch und tauschen uns jetzt schon über Radstrecken etc aus.
Nach 4,5 Stunden Flug empfängt uns das kleine schwarze Juwel Lanzarote! Per Abholung am Airport mit Namensschild und organisiertem Taxitransport sind wir innerhalb von 25 Minuten am Hotel Sands Beach Resort, einem weitläufigen, hellen Hotel mit Lagune und palmengesäumtem Pool und direktem Zugang zur Promenade. Direkter Meerblick! Uns wird ein Bungalow an der Beachfront zugeteilt.
Auf der Etappe Yaiza nach El Gofo
Wir entscheiden uns, am Abend einen gemütlichen Spaziergang entlang der Strandpromenade zu unternehmen, die Surfer zu bestaunen und im Anschluss im hauseigenen Restaurant Lido mit Meer-und Poolblick zum Sonnenuntergang zu essen. Der mediterrane Salat mit Thunfisch (12,50 €), frische Getränke und der Burger für meinen Sohn (11,– €) mit einem Brownie Nachtisch ( je 4,50 €) schmecken köstlich! Das goldorangen farbige Schauspiel der Sonne, das den Himmel in ein Gemälde verwandelt, sagt uns: wir sind im Urlaub angekommen. Herrlich! So fühlt sich der Süden an.
Tag 2: Costa Teguise → Haría (Radtour ca. 34 km)
Nach einem reichhaltigen Frühstück übernehmen wir unsere E-Bikes, ausgestattet mit Gepäcktasche, Luftpumpe, Schloss - alles dabei. Vom Veranstalter haben wir eine ausgedruckte Routenbeschreibung und viele viele Tipps (quasi einen persönlich geschriebenen Reiseführer) auf Deutsch erhalten. Ergänzend dazu haben wir im voraus die App Ride with GPS bekommen, wo alle Radetappen aufgelistet sind. Täglich können wir zwischen einer langen oder kurzen Tour wählen. Für Zusatztage werden eigene Radrouten angeboten. Ergänzend ist eine WhatsApp Gruppe mit Radverleiher, den Hoteliers und allen weiteren Ansprechpartnern eingerichtet worden. Extrem hilfreich für kurze Fragen zwischendurch, die meist umgehend beantwortet werden. Unser Gepäck ist mittlerweile auch schon von der Rezeption abgeholt worden und wird zum nächsten Hotel transportiert. Das klappt jeden Tag super, echt entspannt für uns. In unsere Radtaschen packen wir unseren Tagesbedarf und das Flickzeug, falls etwas unterwegs passieren sollte.
Nun aber zurück zum 1. Tag. Der Radverleiher stellt die Räder auf uns perfekt ein, nach einer kurzen Probefahrt werden noch kleine Anpassungen vorgenommen und dann kann es losgehen.
Mein Leihrad für die nächsten Tage
Da der Wind an diesem Tag kräftig über die Insel fegt, wählen wir die kürzere Strecke von 34 Kilometern, um uns einzuradeln. Goldrichtig!
Unsere Tour beginnt gen Norden, durch den Ort Costa Teguise, mit leichtem Anstieg, vorbei an zerklüfteten Lavafeldern, Windrädern und gemütlichen Appartments.
Wir befahren eine kleine Parallelstraße zur LZ1, durch einen Torbogen und unter zwei Brücken hindurch, dann geht´s mit viel Platz für Radfahrer auf der eigenen Straße für Radler entlang in den Ort Guatiza. Vorbei am Vulkan La Caldera o Tinamala, von welchem recht massive Teile abrutschen. Sieht gewaltig aber auch furchteinflößend aus. Bloß fix vorbeirauschen!
Radweg oberhalb der Costa Teguise nach Guatiza
Erster Halt: Guatiza - ein kleiner Ort, der für seine Zucht der Schildläuse (Cochenille) auf Opuntien bekannt ist. Aus ihnen wurde einst der tiefrote Farbstoff Karmin gewonnen.
In einer kleinen Bar/Cafe genießen wir unseren ersten Cortado und Bocadillo und kommen mit einem Rennradpärchen aus Österreich ins Gespräch. Die einheimischen Brüder, die die Bar täglich von 7-23 Uhr leiteten, sind sehr aufgeschlossen und gastfreundlich und erzählen uns ein wenig vom Ort und den Menschen, die dort lebten, vorwiegend von der Landwirtschaft oder Vermietungen.
Etwas weiter, am Ortsende, liegt der Jardin de Cactus, ein von César Manrique gestalteter botanischer Garten, in dem über 4500 Kakteen aus aller Welt zwischen Vulkangestein gedeihen. Ein sehr stacheliges Kunstwerk in perfekter Symmetrie. Ein reizendes Restaurant befindet sich hier ebenfalls. Wir wollen aber weiter radeln, denn es liegen noch weitere Werke vom einzigartigen César Manrique auf unserem heutigem Weg.
Jardin de Cactus von César Manrique
Also weiter...herrliches Treibenlassen runter zur Küste, nach Arrieta. Ein charmanter, ruhiger Fischerort, mit flach abfallendem Sandstrand. Weiße Häuser, Meeresrauschen, Fischerboote überall am Wegesrand, ein Hauch von Nostalgie.
Wir folgen dem Küstenweg nach Punta Mujeres und bleiben immer wieder stehen, um das authentische Leben der Einheimischen zu beobachten (alte Damen beim Fischen, junge Spanier helfen sich gegenseitig Surfen selbst beizubringen, Wäsche wird aufgehängt, Blumen gegossen, ein Pläuschchen mit der Nachbarin gehalten oder Bananen von der eigenen Staude geerntet.)
Genauso stellen wir uns Urlaub vor, mitten drin im echten Leben der Einheimischen!
Lavalandschaft lässt die Farben strahlen
Blick auf Punta Mujeres
Angekommen in Punta Mujeres staunen wir erneut! Ein Ort, der von etlichen natürlichen Meerespools geprägt ist, in denen die Einheimischen baden und sich auf den Steinen sonnen. Ungemütlich gibt es nicht! Sie genießen die Sonne und Wärme der Natur. Auf unseren E-Bikes haben wir die Möglichkeit lange direkt am Meer entlang zu fahren.....hinter dem Ort geht es dann erstmal zum Aloe Vera Plus Verkaufsladen. Ganz interessiert kaufen wir ein 98% Aloe Vera Gel, welches uns im Laufe unserer Radreise noch gute Dienste gegen einen Sonnenbrand leistet. Hier wird uns alles kostenlos über die Aloe Vera Pflanze und ihr Vorkommen auf Lanzarote erklärt.
Ein kurzes Stück weiter entlang der Hauptstraße bringt es uns zu den Jameos del Agua, einem surrealen Ort, wo Kunst und Natur miteinander gekonnt verschmelzen. Ein ehemaliger Lavastrom, wurde von César Manrique in eine unterirdische Konzerthalle, ein Restaurant, einen Garten, eine riesige Poollandschaft und einen unterirdischen See verwandelt. Im Inneren befindet sich die Casa de los Volcanes, ein Museum für Vulkaneologie. (Kombiticket 21,50 € pro Person). Es hat uns schwer beeindruckt wie organische Formen und künstlerischer Geist sich hier begegnen.
Die Jameos del Agua ist durch eine 6,5 km lange unterirdische Lavaröhre mit den Cueva de los Verdes verbunden - unser nächstes Ziel, nur ca 1 km entfernt voneinander. Tickets bekommt man nur nach Vorab-Reservierung. (Unsere Empfehlung für alle, die die Tour fahren: im Vorfeld schon reservieren.) Schade, aber....ein Grund wiederzukommen!
Jameos del Agua von César Manrique
Wir radeln also weiter mitten durch das schwarze Lavagebiet Malpais de la Corona, mit fantastischem Blick auf den imposanten Vulkan Monte Corona. Die Straße fühlt sich wie Achterbahnfahren an, lustig - rauf und runter ….wir lassen das Rad einfach laufen und jubeln ;-).
Es geht bis zum nächsten Ort Maguez, teils über einige kleine, unbefahrbare Sträßchen mit teils starken Anstiegen, quer durch Aloe Vera Felder. In Maguez verwandelt sich die Landschaft. Etliche Palmen säumen das Bild. Nur noch einen Anstieg hoch und dann sind wir da: in Haria, im Tal der 1000 Palmen. Eine unerwartet grüne Oase im Norden der Insel. Samstagsvormittags findet hier ein Kunsthandwerkermarkt statt. (Haria artesanal, gegründet 2001).
Wir übernachten die nächsten beiden Nächte in Haria.
Unsere schöne Terasse am Hotelzimmer
Unsere Unterkunft: Casa Lola y Juan, ein zauberhaftes Boutique-Hotel mit wenigen Zimmern in ruhiger Ortslage des Zentrums und wunderschönem Pool.
Den Schlüssel finden wir in einer Schlüsselbox. Vor unserer Ankunft hatte der Inhaber uns ein Video per WhatsApp geschickt, wie und wo alles zu finden ist.
Nach dem ersten Radtag beschließen wir ins nahe gelegene Restaurant La Puerta Verde zu gehen und uns dort einen frischen Ziegenkäsesalat und als Nachtisch einen Pistazien Cheesecake zu bestellen.
Wir beschließen den Tag mit einem kurzen Ortsspaziergang. Und ab in die bequemen Betten!
Tag 3: Haría
Heute lassen wir die Räder stehen und widmen uns Haria in aller Ruhe.
Wir können herrlich ausschlafen und genießen ein liebevoll zubereitetes Frühstück, neben Palmen und Bougainvilleen. Beim Frühstück lernen wir die herzliche Gastgeberfamilie kennen, gerne würden wir noch ein paar Tage länger bleiben. Der Supermarkt in 50 m Entfernung hat geöffnet und so decken wir uns mit Getränken und etwas Frischem ein, so dass wir am Abend in unserem schönen Atelier gemeinsam kochen können.
Haria
Als erstes besichtigen wir den Marktplatz, die kleinen Lädchen, die Kirche Nuestra Senora de la Encarnacion, das Mueso de Arte Sacro, Plaza de la Consticion und Eulogio Concepcion Perdomo . Dann geht es weiter zum letzten Wohnhaus von Manrique (Casa Museo César Manrique, gebaut 1986, Eintritt 10,– € p.P.) und seinem Atelier, das heute ein lohnenswertes Museum ist und eindrucksvoll zeigt, wie sehr Kunst, Architektur und Natur bei César Manrique verschmelzen. Zwischen Sukkulenten, Landhausstil, schlichten Möbeln und Mitbringseln aus aller Welt spürt man den Geist des Künstlers fast schon als ob er gleich um die Ecke käme.
Nachmittags legen wir eine Siesta ein und kehren im Ort in einer einfachen Bar ein. Hier gibt es an diesem Tag zwei Gerichte: 1. kleiner fangfrischer Fisch mit papas arrugardas (Salzkrusten- Kartoffeln, 8,– €: kleine Portion) und Pizza Margharita (9,– €). Beides bestellt und satt geworden. Hier geht es uns nicht um hervorragendes Essen, sondern eher darum, mitzubekommen, wie das Treiben im Ort vonstatten geht. Menschen beobachten, eintauchen in deren Siesta-Zeit und die Gemeinschaft zu erleben.
Englisch oder deutsch ist hier ein Fremdwort, die spanische ältere Damen spricht in einer Tour auf Spanisch mit uns, um uns den Fisch zu erklären. Lesen kann sie nicht, wir versuchen es mit Google Übersetzung. Wir verstehen uns gegenseitig nicht, aber die Herzlichkeit vereint uns!
Haria, Tal der 1000 Palmen
Nach dieser Pause laufen wir bei 27 Grad weiter entlang der vielen Palmen. Ziel: der Friedhof des Ortes, auf dem
César Manrique begraben ist. Ganz schlicht, eine einzige Platte mit seinem Namen, zwischen einer Palme und einem Lavastein.
Zurück im Hotel entscheiden wir uns, in den herrlichen Pool zu hüpfen, der uns an diesem späten Nachmittag ganz allein gehört. Am Pool ein Buch lesen, die nächste Radetappe vorbereiten und gemeinsam Kochen. Am Abend entspannen wir uns auf unserer Terrasse, spielen ewig lange Uno und HUS und beobachten den sternenklaren Himmel über uns.
Tag 4: Auf Höhenwegen von Haria nach Teguise
Heute geht es durch das zentrale Hochland der Insel, mit ordentlichen Anstiegen. Der Serpentinenstraße entlang, über den Pass bis zum Mirador de los Helechos (gemütliches Cafe mit einzigartigem Blick über die Landschaft). Hier verschnaufen wir, bevor es weiter hoch geht. Der höchste Punkt hier ist der Penas del Chache mit 671 m. Gekrönt wird der Gipfel von der markanten pilzförmigen Luftüberwachungseinheit des spanischen Militärs. Ganz so weit geht es aber nicht hinauf. Unser nächstes Ziel ist die Ermita de las Nieves (650 m), von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf den wilden Strand von Famara hat. Tief unter uns brechen die Wellen tosend an die Felsen. Der Legende nach erschien die Jungfrau 1427 einem Hirten nördlich der bewölkten Gipfel des Risco de Famara.
Sepentinenstraße bei Haria
Die Höhe gemeistert: Blick auf Famara
LagoMar
Da der Wind hier oben extrem tobt und etliche Quads ihre Runden drehen, entscheiden wir uns, hinab in Richtung Hinterland zu radeln. Es geht nun direkt zum LagoMAR, einer weiteren Manrique-Stätte. Das LagoMar ist eines der spektakulärsten Privatgrundstücke Lanzarotes. Es wurde majestätisch um die Felsen gebaut mit labyrinthischen Höhlen, Pools, Terrassen, Bars, Wohnräumen, Ateliers - surreal schön! Kurze Zeit hat das Anwesen Omar Sharif gehört, der sein neues Zuhause allerdings sofort wieder bei einem Bridgespiel verlor. Heute ist das LagoMar ein Museum mit Gastronomie (Eintritt 10,– €). Hier würde ich auch gerne mal für mindestens einen Tag leben und den fantastischen Ausblick ins Unendliche genießen.
Fundacion César Manrique
Dann geht´s weiter, entlang der Hauptstraße, zur Fundacion César Manrique in Tahiche. Ca. 8 km vom LagoMar entfernt. Dieses ehemalige Wohnhaus des Künstlers ist spektakulär in fünf Lavablasen gebaut, perfekt in die Natur eingebunden. Es gibt einen Swimmingpool, eine kleine Tanzfläche, einen Grillbereich, einen Erholungsbereich, ein Atelier und eine zentrale Höhe, aus welcher ein Baum nach oben ragt. Unbeschreiblich schön. Ein Meisterwerk der Kunst und Architektur. Hier befindet sich heute auch eine Galerie mit Werken des Künstlers sowie Originalskizzen von Pablo Picasso und Joan Miro.
Weingebiet La Florida
Die Räder können wir entspannt am Tickethäuschen in guter Sichtbarkeit des Personals abstellen, so dass wir auch hier ohne Sorge besichtigen können.
Die letzen Kilometer führen uns durch's wohl weltweit einzigartige Weinanbaugebiet Masdache, La Geria und Ye-Haria. Die Weinreben werden in die Erde gegraben und von halbrunden Mauern in geschützten Mulden kultiviert. Wir besichtigen das Weingut El Grifo. Dieses Weingut besteht angeblich seit 1775 und bietet geführte Touren in verschiedenen Sprachen an.
Nun beginnen wir das vulkanische Gebiet zu verlassen und erreichen nach kurzer Fahrt Manriques Monumento al Campesino. Hier gibt es ebenfalls ein Museum und ein unterirdisches Restaurant, auch sehr schön!
Praktisch: Schlüsselbox für den Check-In
Wir entscheiden uns aber nur kurz anzuhalten, da wir in Teguise einchecken wollen. Gegen 17:30 Uhr erreichen wir unser Zuhause für die nächsten beiden Tage.
Angekommen im stilvollen Herrenhaus Palacio ICO im Zentrum von Teguise parken wir unsere Räder geschützt im Innenhof und werden vom Inhaber sehr herzlich begrüßt. Per Schlüsselcode kamen wir zuvor in den Innenhof.
Abendessen in Teguise
In der nahegelegenen Bodega Santa Barbara dürfen wir wieder einmal die spanische Herzlichkeit kennenlernen, welche mit kreativen Gerichten ein Gedicht ist und wir haben einen schönen Abend. Montags hat hier alles zu, da der größte Markt am Sonntag stattfindet und sich am Montag der Ort vom Trubel erholt.
Das Palacio ICO fasziniert uns mit seiner Pracht und seiner beeindruckenden Historie, sowie dem oasenartigen Innenhof. Wer mag, kann hier abends beim Menü nach Herzenslust schlemmen. (Palacio ICO: ein Michelin Stern; Küche Mo+Di geschlossen).
Tag 5: Genießen im Herrenhaus, Teguise und eine Vulkanwanderung.
Hier serviert der Chef persönlich. Es gibt kein Buffet, es werden zubereitete Köstlichkeiten (meist regional hergestellt) serviert. An diesem Morgen erhalten wir frisch aufgeschnittenen Iberico Schinken und dürfen beim Schneiden zusehen. Der Frühstücksraum ist ruhig und stilvoll. Der Ziegenkäse kommt aus der naheliegenden Käserei, die wir uns unbedingt noch am folgenden Tag anschauen wollen. Die Marmelade (Feige und Banane) ist selbstgemacht. Auch das Porzellan wunderschön, jedes Teil ein Unikat einer ortsansässigen Künstlerin. Bloß nichts fallenlassen, denke ich mir. Und das glückt auch!
Und immer wieder das nette Nachfragen des Chefs, ob wir etwas brauchen.
Teguise
Da wir beide Kopfschmerzen vom Wind am Vortag haben, entscheiden wir uns, heute zu wandern und den Ort gemächlich zu erkunden.
Teguise wurde von den Majo-Aborigines bevölkert, bevor die Europäer Lanzarote eroberten. Nach der Eroberung wurde Teguise aufgrund seiner strategischen Lage, abseits der Küste, als Hauptstadt etabliert. Früher kam es häufig zu Piratenangriffen. Auf dem Berg Guanapay befindet sich das im 15. Jahrhundert erbaute Castillo de Santa Barbara, welches wir später erkunden wollen.
Ein Tag in Teguise ist wie eine kleine Zeitreise: Kopfsteinpflaster, weiß gekalkte Häuser und eine ruhige fast nostalgische Atmosphäre prägen diese historische Ort im Inselinneren.
Wir starten den Rundgang durch die Stadt, vorbei am Palacio Spinola (eleganter Stadtpalast mit herrschaftlichen Innenhöfen), vielen kleinen Boutiquen und Galerien, mit Besichtigung der Pfarrkirche Nuestra Senora de Guadalupe (ein schlicht schöner Sakralbau mit auffallendem Glockenturm, der die Silhouette der Stadt bildet) bis hoch zum Castillo de Santa Barbara. Der Wanderweg auf den Vulkan Guanapay, auf dem das Castillo majestätisch am Kraterrand thront, vorbei an Lavagestein, Disteln, Sträuchern ist gut begehbar. Oben angekommen belohnt uns ein atemberaubender Blick. Das Tal breitet sich postkartenartig zu unseren Füßen aus, das Dorf liegt in einem leicht verschleierten Licht und tatsächlich können wir bis zur Küste sehen. Wir erkunden die Burg, die Wachtürme, sind fasziniert von der Aussicht und machen uns dann langsam wieder zu Fuß auf den Rückweg.
Café in Teguise
Mitten im Herzen von Teguise an der Plaza de la Constitucion entdecken wir ein traditionelles, familiäres Café mit rustikalem Charme, Buntglasfenstern, kräftigen Wandfarben, Holztischen und echter kanarischer Gastfreundschaft. Hier treffen sich Einheimische, Künstler und Reisende gleichermaßen, um herzhafte Tapas oder süße Gebäckstücke zu genießen. Wir können besonders den kräftigen, aromatischen Kaffee (zum ersten mal ohne Zimtpulver) und den hausgemachten Apfel/Zimtkuchen empfehlen. Wir tauchen ein in die spanische Geselligkeit, lassen uns eine Weile treiben und schreiben Postkarten.
Im Innenhof des Palacio ICO
Als Tagesabschluss entscheiden wir uns, in dem lauschigen Innenhof unserer beeindruckenden Unterkunft Palacio ICO zu verweilen, umgeben von Kakteen, Sonnenschirmen, Liegestühlen, Natursteinen und einem Zitronenbaum, wie aus einem orientalischen Märchen. Hier essen wir frische Kleinigkeiten aus dem Supermarkt und spielen einige Zeit bei milder Abendluft unser Lieblingsspiel HUS und klönen dabei. Zwischenzeitlich laden wir die Akkus für den nächsten Radtag im Zimmer auf. In dieser friedvollen Stille wirkt der Tag nach, voller kleiner Entdeckungen, einer schönen gemeinsamen Zeit und voller Vorfreude auf die nächsten Abenteuer.
Alternativ hätte man heute eine 50 km lange Rundfahrt von Teguise über Mozago (Al Campesino), La Vegueta, Tinajo, Sportclub und Dorf La Santa, Soo, Dorf und Playa de Famara zurück nach Teguise machen können.
Tag 6: Timanfaya-Nationalpark, El Golfo und Playa Blanca, 68 km. /23 Grad
Frühstück im Palacio ICO
Zum Abschied überreicht uns der herzliche Hotelchef nach dem Frühstück ein besonderes Geschenk: ein Poster des historischen Herrenhauses – heute ein Erinnerungsstück an unsere gemeinsame Reise und mittlerweile stolz gerahmter Wandschmuck im Teenagerzimmer.
Die Räder waren schnell startklar gemacht, und so rollen wir leise hinaus aus dem noch verschlafenen Teguise, die Morgensonne durch feine Wolken schimmernd.
Bereits nach fünf Kilometern biegen wir spontan nach links ab – zur kleinen, charmanten Quesería El Faro. Dort erwartet uns eine kleine, feine Käseverkostung, die wir mit dem Kauf eines würzigen Ziegenkäses krönen – perfekt für den späteren Abendausklang in der neuen Unterkunft oder beim Picknick zwischendurch.
Parque Nacional de Timanfaya
Im Inneren des Timanfaya
Bei leichtem Nieselregen (etwa 18 Grad) geht es weiter zum Monumento al Campesino erbaut von César Manrique. Dieses moderne Denkmal ehrt die harte Arbeit der Bauern Lanzarotes, es ragt wie eine strahlend weiße Skulptur gen Himmel, kreativ und symbolisch zugleich.
Wir passieren Masdache, die surreal-schöne Weinregion La Geria sowie La Florida.
In Tinajo biegen wir ab auf die LZ-56 in Richtung Parque Nacional de Timanfaya. Zu unserer Linken ragt der mystisch wirkende Montaña del Cuervo auf, rechts die tiefschwarze Montaña Negra. In Mancha Blanca legen wir eine Snackpause ein, ein kleiner Supermarktstopp für Getränke und ein paar Energiespender. Passend dazu klart das Wetter auf, endlich trockene Kleidung und freier Blick auf die umliegenden Vulkanformationen. So kann's bleiben.
Nach etwas längerer kurvenreicher Fahrt erreichen wir das Eingangshäuschen des Timanfaya-Nationalparks, etwa 30 Kilometer hinter Teguise.
Besucherzentrum El Islote
An der langen Autoschlange fahren wir mit einem leisen Lächeln vorbei, dank unserer E-Bikes mühelos auch den letzten Anstieg meisternd. Belohnung: ein Cortado und süßes Gebäck im Café mit Blick über die atemberaubende Lavalandschaft. Eintritt in den Park: 22,– € p.P. inklusive 30 minütiger faszinierender Bus-Rundfahrt durch das vulkanische Herz der Insel. Höhepunkt: die Demonstration der Erdwärme mit Fontäne und heißer Lava am Besucherzentrum El Islote.
Wieder auf dem Fahrrad geht es abwärts, vorsichtig und dann mit steilem Anstieg weiter auf der LZ-67, vorbei am Ausgangspunkt der berühmten Kamelritte durch die Lavalandschaft Lanzarotes.
Jetzt hieß es: Rollen lassen! Die lange Abfahrt war ein Genuss! Jippieh!
Traumhafte Blicke auf die bizarr schöne Lavalandschaft bis nach Yaiza. Dort ist es uns heute allerdings zu trubelig, also verschieben wir unseren Aufenthalt auf in zwei Tagen, wenn wir hier erneut durchkommen sollten.
Und wieder geht es bergauf. Dieser Tag unserer Radreise hat es in sich, die Beine werden schwer, Pausen am Straßenrand werden häufiger. Die Entscheidung fällt: durchfahren bis El Golfo und dort Mittag machen. Ist ja nicht mehr so weit! Richtig lange Siesta am Meer ist genau das, was wir beide jetzt brauchen!
Salinas de Janubio
Lagune Charco de los Clicos
Los Hervieros
Fischplatte für zwei
Der Anblick des charmanten Fischerdorfs am Meer ist die perfekte Belohnung. Im Restaurant Lago Verde, direkt an der Küste am Ortsende, genießen wir eine herrlich frische Fischplatte für zwei mit papas arrugadas, Salat, kühlen Getränken und einem Kaffee: zusammen 68,– € und jeden Cent wert. Mit direktem Meeresblick!
Gestärkt radeln wir nun sehr motiviert zum nahen Aussichtspunkt Charco de los Clicos, auch „grüne Lagune“ genannt. Sie liegt malerisch in einem halbversunkenen Krater, ein echtes Naturwunder und ein wunderschöner Kontrast zum Meer.
Weiter geht es entlang der spektakulären Küste, vorbei an den wilden Klippen von Los Hervideros, bis zu den Salinas de Janubio und dem schwarzen Strand Janubio. In einem kleinen Laden kaufen wir Salz – mit Mojo Verde (grüne Sauce aus Koriander, Knoblauch, Essig und Öl) und Mojo Rojo (rote Variante mit Paprika und Chili). Zwei Klassiker der kanarischen Küche.
Der Straßenabschnitt von Los Hervideros bis Janubio ist aufgrund von Straßenarbeiten für Autos gesperrt – ein Glücksfall für uns! Die gesamte Strecke gehört uns und ein paar anderen Radlern. Wir genießen die Ruhe und das wunderschöne Licht am späten Nachmittag.
Die letzten 10 km führen uns dann noch auf einer Parallelstraße zur Hauptstraße bis zur Playa Blanca.
Im Hotel angekommen, werden die Räder sicher in einem Container verstaut. Wir werden freundlich empfangen und beziehen ein modernes Zimmer mit Poolblick, eigener Terrasse und einer riesigen Badewanne. Hier kann man gut auftanken !
Wir lassen den Tag mit Blick auf den Sonnenuntergang und vielen Erinnerungen an einen erlebnisreichen Tag auf unseren zum Glück treuen E-Bikes ausklingen.
Für morgen machen wir keinerlei Pläne, sondern wollen in den Tag hineinleben.
Tag 7: Playa Blanca
Luchaderos in Action
Wir schlafen etwas länger, da das Frühstück bis 12 Uhr angeboten wird. Ein extrem umfangreiches Frühstück mit Köstlichkeiten aus aller Welt lässt uns prima in den Tag starten. Mittagessen brauchen wir heute nicht. ;-)
Das frühere Fischerörtchen Playa Blanca, heute ein lebendiges Küstenstädtchen im sonnigen Süden Lanzarotes, empfängt uns mit palmengesäumten Promenaden und einem Hauch von inseltypischer Leichtigkeit. Der Ort ist beliebt bei Touristen, es lebt hier aber auch noch die alte Tradition: Auf dem Marktplatz wird gelegentlich der kanarische Ringkampf Lucha Canaria gezeigt – ein faszinierender, jahrhundertealter Sport, bei dem Geschick, Technik und Respekt im Mittelpunkt stehen. Fast jeder Ort auf Lanzarote hat bis heute eine Ringkampfarena.
Heute beschließen wir, für ein paar Stunden getrennte Abenteuer zu erleben: Mein Sohn lässt begeistert den mitgebrachten Basketball über das Spielfeld tanzen und findet direkt Mitspieler - ein sportlicher Kontrast zur Vulkanlandschaft ringsum und ein tagelanger Teenagerwunsch geht in Erfüllung.
Marina Rubicon
Playa Blanca
Ich hingegen tauche in die maritime Welt der Marina Rubicón ein, ein Yachthafen mit glitzernden Booten, Tauchbasen, eleganten Boutiquen und luftigen Cafés. Nicht weit davon liegt das 5 Sterne Hotel Volcán Lanzarote, ein weiteres Hotel unseres Partners, in welchem Gäste untergebracht werden können. Dieses Hotel bietet ein luxuriöses eigenes Inselparadies mit dramatischer Architektur, einer Kathedrale als Eingangsbereich, weiten, lichtdurchfluteten Hallen, einem innen liegenden Wasserfall mit tropischem Garten. Romantische Patios und ein nachgebauter Vulkan erinnern an ein kanarisches Dorf. Dieses 5 Sterne Hotel beeindruckt mich mächtig.
Mein Spaziergang führt mich weiter zum historischen Castillo de San Marcial de Rubicón, eine kleine steinerne Bastion mit malerischem Blick auf das offene Meer. Hier tobt der Wind, deshalb bleibe ich nicht lang sondern wandere entlang der zerklüfteten Küste, noch ein Stück an der Strandpromenade bis zur Cueva del Agua, einer geheimnisvoll glitzernden Felshöhle, die den Auftakt zu einem der schönsten Küstenabschnitte der Insel bildet: Die Papagayo-Strände, eine Reihe von goldfarbenen, fast unberührten Buchten mit kristallklarem Wasser. Ein Meisterwerk der Natur. Von hier aus ist es nur ein Blick über das glitzernde Meer – und man erkennt schon die nahe Insel Fuerteventura.
Ein spontaner Kurztrip dorthin wäre heute durchaus möglich gewesen, die Fähren schaukeln regelmäßig hinüber zur Schwesterinsel und wir haben vom Veranstalter ausreichend Information für eine Tagesetappe, ca. 58 km erhalten. Da wir vor einigen Jahren bereits auf Fuerteventura waren, entscheiden wir uns heute allerdings für mehr Entdeckungen und Sport auf Lanzarote.
Die Papagayo-Strände
Am Nachmittag treffen wir uns wieder im Hotel. Jeder von uns hat Geschichten im Gepäck, vom Ballspiel bis zum Windspiel auf dem Meer.
Zum Sonnenuntergang schlendern wir gemeinsam die stimmungsvolle Strandpromenade entlang, vorbei an der feinsandigen Playa Dorada, in der das Licht der Dämmerung wie Goldstaub schimmert. In Playa Blanca selbst tobt das Leben: Musik dröhnt aus den Bars, bunte Lichter flackern, Stimmen vermischen sich zu einem temperamentvollen Sommerkonzert. So lebendig diese Szene auch ist, uns ist nach etwas Ruhigerem zumute. In zweiter Reihe finden wir schließlich ein kleines Restaurant, fernab vom Trubel, aber leider auch etwas enttäuschend. Die Preise sind hoch, wir warten fast eine Stunde auf einen Salat, die Qualität mäßig – ein seltener Tiefpunkt auf unserer ansonsten hervorragenden Reise. Vielleicht hätten wir uns heute doch für die gemütliche Halbpension (28,– € p.P.) im Hotel entscheiden sollen, doch so bleibt auch dieser Abend ein Kapitel voller kleiner Überraschungen.
Am späten Abend packen wir dann alles für den letzten Tag auf dem Fahrrad ein und schlafen hervorragend in den bequemen Betten.
Tag 8: Von Playa Blanca nach Arrecife, ca 57 km (mit eigener Verlängerung) 26 Grad / 572 m Höhenunterschied
Gut geschlafen, alles gepackt, wie immer die Koffer bis 9 Uhr an der Rezeption abgeben und dann das ausgiebige Frühstück genießen.
Gegen 10 Uhr sitzen wir wieder auf unseren E-Bikes. Ganz bewusst entscheiden wir uns, die vorgeschlagene Radroute von 46 km nochmals um die wunderschöne Küstenstraße rundum Los Hervideros zu verlängern. Unser erster Streckenabschnitt ist wirklich spektakulär, also fahren wir erneut die gesperrte Straße entlang der Klippen zwischen Janubio und Los Hervideros. Diese Staße wirkt wie aus einer anderen Welt (hier wurden einige Filme gedreht).
Links tost das tiefblaue Meer gegen die schroffen Felsen, rechts türmt sich die bizarre Lavalandschaft, schwarz, zerklüftet und voller Dramatik auf.
Richtung El Golfo
Kameldorf UGA
Weiter geht’s dann in das hübsch herausgeputze Yaiza. Ein gepflegtes, ruhiges weißgetünchtes Dörfchen wie aus dem Bilderbuch. Hin und wieder sitzen einige Arbeiter auf Barhockern und genießen auch förmlich diese Gelassenheit. Wir laufen etwas durch den zauberhaften Ort und besichtigen die Kirche. Nach kurzer Erkundung radeln wir dann bergabwärts weiter nach Uga, dem kleinen Kameldorf. Wir gönnen uns hier eine Picknickpause auf dem Rastplatz des Marktplatzes. Links von uns stehen die schattigen Unterstände, wo die Kamele rasten, wenn sie von ihren Touren durch die Feuerberge zurückkehren. Während wir picknicken ist es dort still, denn die Tiere sind schon längst im Nationalpark Timanfaya, wo Touristen auf ihnen durch die vulkanische Mondlandschaft schaukeln.
Gegenüber unserem Picknickplatz beginnt der Morgen so richtig lebendig. In der rustikalen Bar El Cantosa vernehmen wir Klirren, Lachen, viele Gespräche auf Spanisch - mit kräftiger Stimme und unterhaltsamen Gesten. Wir fühlen uns dazugehörig und genießen den Moment.
Nach der Pause fahren wir wieder hinein ins Herz des Weinparadieses: La Geria, diesmal durch einen anderen Abschnitt. Zitronenbäume entdecken wir hier auch. An der Bodega Rubicon halten wir kurz an und allein der Verkaufsraum mit Tausenden von Weinflaschen wirkt geheimnisvoll. Weinliebhaber würden hier wahrscheinlich einen ganzen Tag verbringen wollen. Oder im nahegelegenen Weingut Stratvs (teils mit Musikprogramm und Events).
Kurz darauf entdecken wir ihn: einen Drachenbaum! Majestätisch ragt der Dracaena draco am Wegesrand empor. Er hat einen knorrigen Stamm und eine dicke Krone, eine subtropische Schönheit, welche ebenfalls in Marokko, den Azoren, den Kapverden und allen anderen Kanaren wächst.
Geschmeidiger Asphaltradweg
Weiter der Hauptstraße entlang geht’s mit leichtem Gegenwind über La Asomada hinunter in Richtung Küste. Die Sonne scheint mittlerweile kräftig, der Fahrtwind ist heute angenehmer als die letzten Tage. Bald erreichen wir (überwiegend bergab fahrend) Puerto del Carmen, den größten Ferienort Lanzarotes. Wir versuchen uns unfallfrei durch das trubelige Verkehrsdurcheinander zu schlängeln und sind froh, als wir am Hotel Fariones Playa angekommen sind. Denn hier beginnt ein separater Radweg, getrennt von Straße und Bürgersteig. Doch wir sind nicht allein. E-Scooter kreuzen hier unsere Wege und fahren von links nach rechts. Inlineskater und Tandems, auch Bierwagen mit ca. 8 Leuten nutzen hier den Radweg.... etwas weiter wird es rasch ruhiger!
Entlang der Küste radeln wir durch die Abschnitte Playa de los Pocillos und Playa Matagorda, beide mit weitem, goldgelben Sandstränden.
Strand von Arrecife
Am Mirador Punta Lima halten wir kurz an. Dort, wo die Flugzeugfotografen mit ihren Kameras lauern, um seltene Maschinen im Landeanflug zu erwischen. Erst Stille, dann Klick Klick Klick....ein scheinbar seltenes Modell von Condor.
Weiter geht’s ….links der Flughafenzaun, rechts das lebendige Meer, surreal irgendwie. Sogar hier, in der Einflugschneise über der Playa de Guasimeta, wird gebadet.
Wir fahren weiter durch das beschauliche Honda. Ein hübsches kleines Städtchen mit Promenadencharme und vielen kleinen Appartments. Immer dem Meer entlang, auf einem eigens angelegten Radweg, der recht leer ist und uns durch eine ruhige und sehr entspannte Atmosphäre führt. Hier stehen für Spaziergänger auch etliche Bänke zum Rasten. Zum ersten mal sehen wir hier einen frei zugänglichen Reparaturturm, Luftpumpe und Flickzeug usw für Fahrräder. Zum Glück brauchen wir diese Hilfe nicht, da die Räder top in Schuss sind und die Akkus gut halten.
Vorbei an der Playa de Cable erreichen wir schließlich Arrecife, die Hauptstadt der Insel. Und dort, von der wunderschönen Badebucht Playa del Reducto aus betrachtend, - wow - wie ein Leuchtturm über dem Atlantik, erhebt sich das elegante Gran Hotel Arrecife, in welchem wir heute zu Gast sein dürfen.
Das Hotel ist das höchste Gebäude der Insel, ein Wahrzeichen mit Geschichte. In der stylischen Skybar kann man Cocktails mit Panoramablick genießen. Der Spa Bereich lockt so manch einen mit Massagen und Sauna. Und die Zimmer: modern, mit Sitzecke, mit Glasfront zum Ozean. Ein Traum. Wir parken unsere E-Bikes ein letztes mal. Das Hotel verfügt über eine riesige Tiefgarage mit eigenem, abschließbaren Fahrradbereich. Unserer Räder werden hier vom Radverleiher am nächsten Tag abgeholt, daher lassen wir die Akkus und Taschen auch direkt im Keller.
Paella für zwei
Abend in Charco de San Gines
Beim Check In werden wir freundlich empfangen und ein Zimmer in der 12. Etage mit atemberaubenden Meerblick wird uns zugeteilt. Schöner kann eine Radreise nicht enden. Zum Glück tut sie das ja auch erst am nächsten Tag. Nach einer erfrischenden Dusche, Umziehen und etwas Ausruhen machen wir uns schick für unseren letzten Abend. Wir wollen schön essen gehen und dabei all unsere Erlebnisse gemütlich Revue passieren lassen.
Kurz hinter dem Hotel beginnt die Uferpromenade, wo Kinder spielen, Spanier sich lautstark unterhalten, hier findet das pure Leben statt, keine Touristen weit und breit, außer uns. Wir schlendern Richtung Castillo de San Gabriel, das wie ein alter Wächter auf einer kleinen vorgelagerten Insel thront, verbunden mit der Stadt durch eine steigernde Brücke.
Unser Ziel: das romantische Viertel Charco de San Gines, ein kleiner Lagunenhafen mit Hunderten von Fischerbötchen, umringt von weißen Häusern, etlichen Palmen und unzähligen urigen kleinen Restaurants, deren Terrassen bis ans Wasser ragen. Einfach authentisch! Hier trifft sich Arrecife, keine Touristenshow, sondern junge Paare, ganze Familien , alte Freunde, Weltenbummler...wir beobachten vergnügt das Treiben bei Meerblick, die einsetzende Dämmerung und sternenklarem Himmel und erfreuen uns an einer hervorragenden Paella.
Ein perfekter Abschluss für eine unvergessliche Mutter & Sohn Radreise voller schöner Momente, abenteuerlichen Erlebnisse, Verwöhnmomenten und auch Hürden, die gemeinsam bewältigt wurden.
Wir sind dankbar für diese erlebnisreiche gemeinsame Zeit auf der wundervollen, einzigartigen Insel Lanzarote und sinken am späten Abend glücklich in unsere bequemen Hotelbetten hinein um friedvoll zu schlummern.
Tag 9: Check out: Gran Hotel Arrecife und Rückflug oder Verlängerung
Hervorragend geschlafen, aufgewacht, zuende gepackt, voller Emotionen und Erinnerungen, gehen wir ein letztes mal gemeinsam frühstücken. Und was soll man sagen, in diesem wunderschönen Frühstücksraum mit Rundum-Meeresblick und allerlei Köstlichkeiten. Hier können wir schlemmen, was das Herz begehrt: Salate, Omeletts, Smoothies, Müslivarianten, Chrurros mit Schokolade, allerlei Obstsorten, Brote und reichlich Aufschnitt, Kuchen und Gebäck, Sekt und Säfte, Kaffearten usw.
Ein zuvor vom Veranstalter organisierter Taxitransfer bringt Radreise-Gäste zum nahegelegenen César Manrique Airport Lanzarote.
Wir hatten großes Glück und flogen noch nicht nach Deutschland zurück, sondern nahmen hier unseren zuvor gebuchten Mietwagen entgegen, um zu einer kleinen Finca im Landesinneren zu kurven und weitere Abenteuer erleben zu dürfen. Herrlich! Eine tolle Sommerzeit!
Mein Fazit
Lanzarote per Fahrrad lohnt sich unbedingt! Eine einzigartige Insel voller Kontraste, Sonne, Charakter, Wind und Herzlichkeit!
Auf den Radtouren sind E-Bikes aufgrund des starken Windes zu empfehlen. Für gut durchtrainierte Sportler reicht bestimmt auch das Trekkingrad. Der Gepäcktransfer hat immer zuverlässig geklappt. Die Hotels waren super ausgewählt. Der Check In dort stets einfach und entspannt, das Essen hervorragend, Landschaften und Sehenswürdigkeiten waren extrem abwechslungsreich. Die Räder super gewartet. Ein ganz großes Lob an den Reiseveranstalter, der bestens organisiert war, uns hervorragend auf diese Radreise vorbereitet und während der Tour begleitet hat. Die Tagesetappen waren gut ausgewählt.
Wir würden alles haargenau nochmal so buchen!