Drei Tage an Bord der MS Arkona durch das romantische Mittelrheintal
Um unsere Rhein und Mosel - Rad und Schiffsreisen aus eigener Erfahrung kennenzulernen, war ich, Annette, auf Einladung unseres langjährigen Partners vom 25. bis 27. Juni 2025 an Bord der Arkona.
Die Kurzreise ist ein Ausschnitt der Rad- & Schiffsreise entlang Rhein und Mosel, nämlich auf Rhein und Rheinradweg von Koblenz bis Bingen/Rüdesheim – also durchs Obere Mittelrheintal, das zurecht UNESCO-Kulturerbe ist.
Ich hinter dem Radtourenleiter
Ankunft in Koblenz & Einschiffung auf die MS Arkona
Nach der Bahnanfahrt bis Koblenz bekomme ich einen ersten Eindruck von der beeindruckenden, geschichtsträchtigen Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel. Dort, nah bei Deutschen Eck, befindet auch der Liegeplatz der MS Arkona, für deren Erreichen man das davor liegende Flusskreuzfahrtschiff gewissermaßen durchquert, um ans Ziel zu gelangen. An Bord der Arkona bin ich von der hellen, freundlichen und chicen Ausstattung beeindruckt. Etwa 40 Kolleginnen und Kollegen aus der Touristikbranche nehmen an der Kurzreise teil. Von der Rezeption mit Kabinenkarte ausgestattet betrete ich meine Unterdeckkabine. Beachtlich, was man alles in diesem kleinen schwimmenden Hotelzimmer untergebracht hat!
Ausflug zur Festung Ehrenbreitstein & erster Abend an Bord
Blick aus der Seilbahn auf das Deutsche Eck
Die Crew ist noch fleißig dabei, das Schiff für die Abfahrt vorzubereiten. Wer mag, kann sich weiter auf dem Sonnendeck mit Getränken verwöhnen lassen oder Koblenz besichtigen. Organisiert wird vom Reiseleiter eine tolle Seilbahnfahrt über den Rhein zur eindrucksvollen Festung Ehrenbreitstein, die auf der anderen Uferseite hoch oben thront. Umfangreiche Festungsanlage und schöne Pflanzungen von der ersten Bundesgartenschau in Rheinland-Pfalz sind unbedingt einen Besuch wert, ebenso der sagenhaften Ausblick: über Rhein und Mosel hinweg bis weit in Eifel und Hunsrück hinein. Unten gleiten Fracht- und Passagierschiffe durchs Wasser.
Im Lounge Bereich der Arkona
Wieder an Bord gibt es eine Besprechung im Lounge-Bereich mit Bar, von wo aus man einen tollen Blick nach vorn in Fahrtrichtung und zu den Seiten hat, aktuelle Mitteilungen stehen ansonsten auf einer Tafel an der Rezeption. Das anschließende Abendessen im Bordrestaurant am Heck des Schiffes bietet ebenfalls wieder einen Panoramablick, das mehrgängige Essen ist lecker, die Bedienung sehr zuvorkommend. Erste Eindrücke der Reise werden ebenso ausgetauscht wie Fachsimpeleien.
Morgensonne auf dem Rhein & Vorfreude aufs Radeln
Kurz vor dem Anlegen in St. Goar
Dass über Nacht ein heftiges Gewitter getobt hatte und wir in den frühen Morgenstunden von Koblenz flussaufwärts abgelegt haben, bekomme ich in meiner Kabine gar nicht mit, bin am nächsten Morgen umso begeisterter von der Morgensonne, die sich auf dem Wasser, das direkt vor meinen Fenster vorbeifließt, spiegelt.
Mit dem Rad von St. Goar nach Rüdesheim – durch das Herz der Rheinromantik
Uferstraße hinter St. Goar
Mit einem Lunchpaket ausgestattet, das man sich selbst am reichhaltigen Frühstücksbüffet zusammenstellt, bin ich sehr gespannt auf den Radeltag. Im linksrheinischen St. Goar legt die Arkona an, die Leihräder und Leih-E-Bikes werden von der Crew an Land gebracht, die Gruppe auf zwei Radtourenleiter verteilt, wobei auch individuelles Radeln für jeden möglich ist. Mittlerweile haben wir uns die App aufs Smartphone gespielt, das am Lenker in der Halterung befestigt wird. Für die Karte ist ab der ersten eigentlichen Reise eine Kartenhülle am Lenker vorgesehen. Da wir nur einen Tag radeln, gibt es für uns eine Routenbeschreibung, die ich in meiner Hosentasche verstaue.
Weinstuben, Aussichtspunkte und kulturelle Highlights entlang der Strecke
Erfrischung in Bacharach
Die vorbeiziehenden Hänge, mit ihren vielen Weinbergen, Wäldern und Burgruinen, die das nun recht schmale, gewundene Rheintal begleiten, erinnern mich an die handgemalten Bildtapeten mit Motiven der damals sehr beliebten Rheinromantik im Festsaal eines Wasserschlosses im Münsterland. Dies ist nun aber echt. Es mangelt wahrlich nicht an Fotomotiven, ebenso wenig wie an urigen Weinlokalen. Eine besondere Einkehrstation erleben wir im malerischen Städtchen Bacharach, wo wir uns in einer historischen Poststation im Innenhof mit Blick auf Weinberge und die Ruine einer alten Kapelle mit Getränken erfrischen.
Etwas zum Radweg: Verlauf & Beschilderung
Weinanbau am Rhein-Radweg In engen Talabschnitten mal straßenbegleitend, mal auf eigener Trasse auf durchweg festem Untergrund. Außer der Ausschilderung für den Radweg gibt es auch Hinweise auf weitere Unterstützung für Radler.
Hinweise am Radweg
Manchmal reicht ein kleiner Schlenker vom Radweg weg und man entdeckt weitere Sehenswürdigkeiten, wie z.B. hier in Trechtinghausen, wo man bereits hinter dem kleinen Eisenbahntunnel auf der anderen Seite mit dem Anblick eines pittoresken Wehrturms belohnt wird. Teilnehmer, die sich selbstständig und mit guter Kondition radelnderweise auf eigene Faust in die Weinberge aufgemacht hatten, können am Ende des Tages auf dem Schiff von vielen weiteren schönen Eindrücken berichten.
Ein unvergesslicher Abschluss mit Blick vom Niederwald-Denkmal
Rast in Trechtingshausen
Auf der Rheinfähre in Bingen, wo wir zum rechtsrheinischen Ufer und nach Rüsselsheim überwechseln, fängt es an aufzufrischen. Dort am Rheinufer muss man nicht lange suchen, um die berühmte Drosselgasse zu finden: Zu Fuß geht es die schmale Gasse, die von Weinstuben und Souvernirläden gesäumt ist, bergan. Kaum haben wir im Weinlokal mit am Rande überdachtem Innenhof Platz genommen, öffnen sich die Himmelsschleusen. Ein heftiger Schauer reinigt die Atmosphäre, so dass wir trockenen Fußes weiter ziehen können. Ich selber entscheide mich für die Seilbahnfahrt „Über den Reben schweben“, die einen in einer Gondel über den weinbergbestandenen Hang hoch hinauf zum stattlichen Niederwald-Denkmal gleiten lässt. Von einem südländisch anmutenden Goethe-Tempel und der stattlichen Figur der Germania aus schweift der Blick weit in die Ferne.
Letzter Tag an Bord & Ausklang in Koblenz
Weinstube in Rüdesheim
Unten wieder angekommen radelt es sich angenehm durch Rüdesheim Richtung Anlegestelle der Arkona, wo ich erstaunt feststelle, dass der Akku meines Leih-E-Bikes kaum beansprucht wurde. Überhaupt kamen wir mit der Leihradflotte gut zurecht. Das und die vielen Eindrücke vom Tag tauschen wir dann an Bord unter einander aus – dank der Abendsonne auf dem Sonnendeck bei erfrischenden Getränken, die dort serviert werden.
Wieder ein leckeres Abendessen, eine ruhige Nacht in der Kabine und beim Frühstück der Blick über den Rhein – diesmal flussabwärts. Zurück in Koblenz lassen wir, die wir die Stadt noch weiter erkunden wollen, unser Gepäck an Bord. Ein Stadtrundgang lohnt sich unbedingt!
Fazit: Radeln, genießen, staunen – und Lust auf mehr
Das war ein kurzer Einblick in eine faszinierende Rad- und Schiffsreise durch eine märchenhafte Landschaft, der Appetit auf mehr gemacht hat.